Aengus mac Ind Og | Gott der Liebe

AengusAengus | Gott der Liebe

Jetzt geht es weiter mit einem Überblick über die beschriebenen Götterfiguren, allen voran mit Aengus mac Ind Og, wie er mit vollem Namen heißt. Oengus ist eien Variante seines namens, aber mir gefällt Aengus besser. Er ist der Sohn des Dagda, des „Guten Gottes“, der der Schöpfer aller Dinge war, mit Ausnahme des Menschen.

Aengus im Buch

Aengus ist in meiner Geschichte der beste und älteste Freund des Zauberers und unterstützt (und triezt) ihn wo er nur kann, allerdings nicht immer mit Billigung Lughs, des Königs der Götter. Und obwohl Aengus und Cathbad sich eigentlich ständig teils gallige, teils humorige Wortgefechte liefern, so merkt man doch, wie sehr beide aneinander hängen. Das folgende exemplarische Gespräch fand auf geistiger Ebene statt:
 
„Aengus, wage es ja nicht, irgendeinen Kommentar abzugeben.“
„Wer, ich? Käme mir nie in den Sinn!“
„Bist du nun zufrieden?“
„Bedeutet das, ich darf jetzt einen Kommentar abgeben?“
„Halt die Klappe.“

Ansonsten ist er loyal gegenüber Cathbad, steht dabei allerdings zwischen allen Stühlen, denn beileibe nicht alle Götter befürworten seinen Einsatz. Aengus aber hat gute Gründe und lässt sich nicht beirren.

Aengus und die Menschen

Aengus hat vor langer Zeit entschieden, dem Zauberer beizustehen, aus Gründen, die hier nicht erörtert werden können, allerdings unter anderem deshalb, weil er die eine und einzige Macht repräsentiert, die alles und jeden bezwingen kann: Liebe. Aengus ist der Gott der Liebe (plus ein wenig List, Gerissenheit und Klugheit). Mit Ausnahme von Lugh ist er der jüngste aus Danas Volk und verfügt über die Gabe des Gestaltwandelns, was längst nicht alle Götter beherrschen. Er trägt einen blauen Umhang, der ihm diese Fähigkeit verleiht.
Überdies ist er der einzige seines Volkes, der sich noch für die Belange der Menschen interessiert und ab und wann seinen Fuß auf die sterbliche Welt setzt um zu sehen und teilzuhaben. Die Tuatha Dé Danann haben nach einem Kampf mit den sog. Milesiern, einem weiteren zugewanderten, nennen wir es „Götter-Volk“, beschlossen, den Milisiern die Erde zu übergeben und sich zurückzuziehen:

Zitat

„[…] Wir geben euch Irland, aber, da unsere es bildeten, wollen wir das Land nicht ganz verlassen. Wir werden sein im weißen Nebel, der an den Bergen hängt. Wir werden sein in der Stille die über den Bergen brütet. Wir werden sein der Freudenruf der Flüsse. Wir werden sein die geheime Weisheit der Wälder. Lange, nachdem eure Nachkommen uns vergessen haben, werden sie unsere Musik hören auf sonnigen Erdwällen und unsere großen, weißen Rosse sehen, wie sie ihre Häupter erheben aus den Bergseen und den Nachttau von ihren erhabenen Mähnen schütteln. Und am Ende werden sie wissen, daß alle Schönheit der Welt in uns ihren Ursprung hat und daß ihre Kämpfe nur das Echo unserer Kämpfe sind. Erhebet eure Angesichter, Kinder des Milesius, Kinder des Beltu, des stolzen Vaters, und grüßt das Land, das euch gehört […].“

Zitiert nach: Young, Ella (1996): Keltische Mythologie, Celtica I. J. Ch. Mellinger Verlag GmbH, Wolfgang Militz u. Co. Kg. Stuttgart. 4. Auflage. S. 78-79.

Aengus sieht auch das natürlich etwas anders, wie so viele Dinge. Er plant gerne und noch viel lieber ist sein bester Freund der Hauptakteur, so auch dieses Mal. Doch auch Aengus muss feststellen, dass manche Pläne, so gut sie auch gemeint sind, erhebliche Risiken aufweisen. Und zwar solche, die töten können.

Aengus

Aengus in der Mythologie

Aengus gilt als Gott der Liebe. Er steht aber auch für Einfallsreichtum und Gerissenheit. Beispiel: Sein Síd (Wohnsitz) Bruig na Bóinne. Eigentlich war dieser im Besitz seines Vaters Dagda. Er ist der Gott der hellen und freundlichen Mächte. Er greift schützend ein, wenn jemand Hilfe braucht. Er hilft den Bedrängten, stiftet Frieden zwischen Streithähnen und er greift natürlich ein, wenn es um die Liebe geht. In dieser Beziehung hat er in eigener Sache allerdings so seine Schwierigkeiten.

Caer Ibormait

Eines Nachts erblickt er auf dem See Bél Draco eine wunderschöne junge Frau. Sie spielt ihm Musik vor. Nun versucht er, ihre Hand zu ergreifen, aber sie verschwindet. Nach mehreren vergeblichen Versuchen, wird er ganz krank vor lauter Liebeskummer. Daga und Bodbh, ein Sohn Dagdas und späterer König der Tuatha Dé Danann wollen helfen und können zumindest den Namen der fremden Schönheit herausfinden: Caer Ibormait.
Ebenfalls finden sie heraus, dass sich Caer und ihre Gefährtinnen an Samhain in Gestalt von Schwänen auf Bél Draco niederlassen. Aengus eilt also zum passenden Zeitpunkt hin und tatsächlich: Er wird Zeuge, wie 150 leuchtend weiße Schwäne auf dem See erscheinen, Caer Ibormait ist mitten unter ihnen. Aengus versichert ihr hoch und heilig, zu dürfe zum See zurück, wann immer sie wolle, nur, bitte möge sie ihn endlich erhören! Das tut sie tatsächlich und endlich kann Aengus seine Angebetene in die Arme schließen. Sie heiraten und leben fortan glücklich in Bruig na Bóinne.

 


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Bild 1: Heroes of the dawn (1914) | © PD
Bild 2: Bild von Willgard Krause auf Pixabay

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Eine Antwort

  1. Mai 31, 2021

    […] Mehr zu Aengus und seiner Rolle in „Jäger der Schatten“ auf Rhya`s Anderswelt […]

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