Cailleach

Cailleach

Wer ist das?

In der irischen, aber auch in der schottischen Überlieferung kennt man ein grausiges Riesenweib, Cailleach genannt. Allerdings handelt es sich hier, wie so oft, um eine Gestaltwandlerin. D.h., sie kann, ganz nach Belieben auch als schönes junges Mädchen auftauchen. Sie steht für die eher todbringenden Aspekte der Natur, also Winter, Vergehen, Sterben. Ihr Fest ist das Erntedankfest. Die Verehrung der Cailleach war in Irland ganz normal. Die berühmteste unter ihnen ist hier wohl Cailleach Bhérri, „Die Alte von Beare“(zitiert nach: Silvia Botheroyd, Paul F. Botheroyd (1992): Lexikon der keltischen Mythologie. München: Diederichs. S. 52). Beare ist eine irische Halbinsel. Und diese soll von den Kindern und Enkelkindern der Cailleach bevölkert worden sein, immer mit ihrer tatkräftigen Hilfe und ihrem Schutz. Im Laufe der Zeit hat sie tatsächlich sieben Ehemänner beerdigt, sie selbst hat währenddessen sieben mal ihre Jugend neu erlebt. Irgendwie etwas ungerecht, oder? Im 8/9 Jahrhundert wurde sie christianisiert und zur Nonne von Beare erklärt. Was auch mit ihrem Namen zu tun hat. Cailleach bedeutet „verschleiert.“ Traurig genaug, das Ganze. Symbolisch betrachtet ist nun Schluss mit Verjüngungen, Verwandlungen und dergleichen. Das Christentum verbietet es und so ist die Gute endgültig alt geworden und geblieben.

Cailleach

Cailleach in meinem Buch

Da die Cailleach auch für Unwetter verantwortlich sind, habe ich mir ein paar Freiheiten erlaubt und sie zu fiesen Monstern gemacht. Ernte verhageln, viel zu lange und harte Winter, Blitzeinschläge – einfach alles, was den Sterblichen schaden könnte und was die Natur in der Hinsicht zu bieten hat. Ich denke, die Cailleach wird`s mir nachsehen, zumal sich die andersweltlichen Bewohner nie nur „gut“ oder nur „böse“ zeigen. Sie sind ambivalent, schwer zu fassen, aber deswegen auch interessant.

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Das erste Bild: Pixabay | © PD
Bild 2: Pixabay | © PD

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